Jusos kritisieren Bürgermeister Möller und unterstützen Absage

 

Die Jusos fordern den Molberger Bürgermeister Ludger Möller zu einer „Rückkehr zur Sachlichkeit“ auf. Gleichzeitig begrüßen die Jungsozialisten die Aufgabe von Ansiedlungsplänen eines Großschlachthofes.

Im Rahmen der Diskussion über die Errichtung eines Großschlachthofes des Unternehmens Pini in Molbergen äußerte sich Bürgermeister Möller jedoch u.a. wie folgt über den SPD-Kreisvorsitzenden Detlef Kolde: „Er ist für mich kein seriöser Abgeordneter und ohne Format“, weiter „Wir brauchen keine Ratschläge von außen“. Zwar sei man immer offen für „sachliche Kritik“, diese müsse jedoch „oberhalb der Gürtellinie“ erfolgen, so die Jusos. Einen langjährigen, verdienten Abgeordneten des Kreistages und Essener Gemeinderats, der sich nachweislich Expertise in den Themen Werkarbeit und Schlachthöfe erarbeitet habe, als „Person ohne Format“ zu bezeichnen, sei eines Bürgermeister „nicht angemessen“, so die Parteijugend in einer Pressemitteilung.

„Schließlich muss dieser auch Vorbild für die Bürger seines Ortes sein. Andernfalls verkommt die politische Kultur“, konstatiert Dennis Riethmüller, Kreisvorsitzender der Jusos. Die aus Essen stammende stellvertretende Kreisvorsitzende der Jusos Vanessa Wiegmann führt zur Profession Koldes weiterhin aus, dass Kolde sich seit Jahren als Ratsherr in Essen für eine „faire Bezahlung und menschenwürdige Unterbringung“ der Arbeiter vom ortsansässigen Schlachthof einsetze. „Kolde kennt die Schattenseiten und machte in der Vergangenheit mehrfach auf Missstände aufmerksam. Der Bürgermeister hätte auf dieses Wissen zurückgreifen sollen, statt mit Giftpfeilen zu schießen“, so Wiegmann. Unabhängig von der „rhetorischen Entgleisung“ Möllers freue man sich über dessen Entscheidung, von der Ansiedlung eines Großschlachthofs Abstand zu nehmen. „In der Sache unterstützen wir die Ablehnung der Verwaltungsspitze. Das entspricht auch dem Wunsch der Bevölkerung. Möller hätte nur früher auf uns hören sollen, dann wären der Bürgern viele Sorgenfalten erspart geblieben“, betont Riethmüller, „Die überwiegende Nachteile einer Ansiedlung, wie Wohnungsmangel oder Lieferverkehre, waren nämlich schon vor Monaten bekannt.“

 
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