Podiumsdiskussion von SPD Löningen und Jusos zu Ursachen und Auswegen aus der Hausarztkrise

 
 

Sehr eingehend haben die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion der Löninger SPD und der Jusos aus dem Hasetal-Mitte die vielfältigen Ursachen der Hausarztkrise in Löningen und auch den anderen Orten der Region diskutiert. Konkrete Lösungsansätze waren auf der Veranstaltung im Forum Hasetal Mangelware, weil dafür die geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen geändert werden müssten.

 

Zum Beispiel sollten für Medizinstudienplätze Interessierte für die hausärztliche Arbeit auf dem Lande gewonnen werden, waren sich die Teilnehmer und auch Redner aus dem Publikum einig.

Mehrfach kritisiert wurde angesichts der sich verschärfenden Krise die zögerliche Haltung der Cloppenburger Kreisverwaltung beim Werben und Fördern des medizinischen Nachwuchses mit Stipendien, Studienzuschüssen oder Praktikumsentlohnungen. Es gebe Kreise wie das Emsland, die diesen Werbeweg konsequent gehen, betonte Detlef Kolde, der SPD-Unterbezirksvorsitzende und Abgeordnete im Kreistag Cloppenburg. Angesichts der Werbeoffensive anderer Kreise, werde es  auch beim Nachwuchs aus dem Kreis Cloppenburg höchste Zeit gegenzusteuern, betonte auch Christof Paschen, Hausarzt und Kreissprecher der Ärzte in der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN).

Nicht nur auf Kreisebene, sondern auch die Kommunen selbst müssten neue Wege beim Werben um medizinischen Nachwuchs gehen, forderte der VdK-Ortsvorsitzende Reinhold Krull und mehrere Redner im Saal. Der stellvertretende Bürgermeister Franz- Josef Kühne erklärte, bereits im November habe man eine Arbeitsgruppe in Löningen gründen wollen, die sich fraktionsübergreifend mit Lösungen der Hausarztkrise befassen soll. Leider ist es bis heute dazu nicht gekommen, so Kühne.

Das Ende der negativen Entwicklung in der Hausarztversorgung in der Region sei noch längst nicht in Sicht, so Paschen. „Wir stehen erst am Fuß des Berges. Wenn man sich die Zahlen von bis zu 14 Hausärzten ansieht, die hier mittelfristig in Rente gehen, da muss einem angst und bange werden“.

Clemens Olberding, der Vorsitzende des Fördervereines im Krankenhaus St.-Anna-Klinik Löningen, sprach sich für ein kommunales medizinisches Versorgungszentrum aus, wie es auch die Nachbarstadt Werlte aus genau den gleichen Gründen zurzeit aufbaue.

Wegen der deutlich geringeren Diensthäufigkeit hätten sich die Hausärzte des Alten Amtes Löningen für die Notfallpraxis im Krankenhaus Cloppenburg und gegen eine ebenfalls mögliche im Krankenhaus Quakenbrück entschieden, erläuterte der Löninger Hausarzt Michael Utesch, die Entscheidung der Neuordnung des hausärztlichen Notdienstes ab April durch die KVN.   

Zum Abschluss dankten die Podiumsteilnehmer den Organisatoren der Veranstaltung, Diana Hömmen und Nico Neubert, der in das Thema einführte und die Diskussion leitete.

Bild von der Podiumsdiskussion in Löningen

Auf dem Bild von links: Michael Utesch, Christof Paschen, Detlef Kolde, Nico Neubert, Reinhold Krull, Diana Hömmen, Clemens Olberding.

 
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